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Website-Relaunch: Wann lohnt er sich?
Nicht jede Website, die in die Jahre gekommen ist, braucht einen kompletten Neustart. Manchmal reicht eine gezielte Überarbeitung. Manchmal ist ein Relaunch dagegen günstiger als ständiges Flicken. Hier erfahren Sie, woran Sie den Unterschied erkennen – und worauf es ankommt, wenn Sie neu starten.
Von Alessio Cicatello, Gründer von CALE
Relaunch, Redesign, Optimierung – was ist was?
Die Begriffe werden oft durcheinander verwendet. Für Ihre Entscheidung hilft eine einfache Unterscheidung:
- Optimierung: Die Website bleibt im Kern, wie sie ist. Einzelne Schwachstellen werden behoben – etwa Ladezeiten, ein umständliches Formular oder unklare Texte.
- Redesign: Die Gestaltung wird erneuert, Struktur und Technik bleiben weitgehend erhalten.
- Relaunch: Struktur, Inhalte, Gestaltung und meist auch die Technik werden neu gedacht. Die Website wird von Grund auf neu aufgebaut – auf Basis dessen, was sich bewährt hat.
Sechs Anzeichen, dass ein Relaunch sinnvoll ist
- Die Website funktioniert auf dem Smartphone nur eingeschränkt. Wenn sie ursprünglich für den Desktop gebaut wurde, lässt sich das selten mit kleinen Änderungen lösen.
- Ihr Unternehmen hat sich verändert. Neue Leistungen, eine neue Zielgruppe, ein neues Erscheinungsbild – und die Website erzählt noch die alte Geschichte.
- Die Technik ist veraltet. Updates sind nicht mehr möglich oder werden riskant, Erweiterungen werden nicht mehr gepflegt, Sicherheitslücken bleiben offen.
- Änderungen sind mühsam. Jede Kleinigkeit braucht viel Zeit oder eine bestimmte Person, die nicht mehr verfügbar ist.
- Die Seite ist langsam, und die Ursachen stecken im Fundament – etwa in einem überladenen System.
- Sie schicken Interessenten ungern auf Ihre Website. Wenn Sie sich für Ihren Auftritt eher entschuldigen, als ihn zu empfehlen, ist das ein deutliches Signal.
Wann eine Überarbeitung reicht
Ist die Technik solide und die Website auf allen Geräten gut bedienbar, liegt das Problem oft woanders: in unklaren Texten, einer verwirrenden Navigation oder fehlenden Kontaktwegen. Dann ist eine gezielte Überarbeitung meist der bessere Weg – schneller, günstiger und mit weniger Risiko. Typische Ansatzpunkte finden Sie in unserem Beitrag 7 Fehler, die Unternehmenswebsites Kunden kosten.
Eine ehrliche Bestandsaufnahme zu Beginn zeigt, welcher Weg passt. Bei uns steht sie am Anfang jedes Relaunch-Projekts: Wir prüfen, was heute funktioniert, und bauen darauf auf, statt alles wegzuwerfen.
Was bei einem Relaunch nicht verloren gehen darf
Ein Relaunch ist eine Chance – aber auch ein Moment, in dem Wertvolles unbemerkt verloren gehen kann. Diese Punkte gehören auf jede Checkliste:
- Adressen und Weiterleitungen: Ändern sich die Adressen einzelner Seiten, müssen die alten dauerhaft auf die neuen weiterleiten. Sonst landen Besucher aus Suchmaschinen, Lesezeichen oder Verlinkungen auf einer Fehlerseite.
- Inhalte, die gefunden werden: Seiten, über die heute Besucher kommen, sollten inhaltlich erhalten oder gezielt verbessert werden – nicht ersatzlos verschwinden.
- E-Mail und Domain: Beim Wechsel von Hosting oder Domain-Einstellungen müssen die Einträge für Ihre E-Mail-Postfächer erhalten bleiben. Sonst kommen nach dem Umzug plötzlich keine Mails mehr an.
- Formulare und Abläufe: Jedes Formular muss nach dem Umzug nachweislich ankommen – nicht nur eine Erfolgsmeldung anzeigen.
- Rechtliche Angaben: Impressum und Datenschutzerklärung müssen zur neuen Technik passen, etwa wenn neue Dienste eingebunden werden.
So läuft ein Relaunch ab
- Bestandsaufnahme: Inhalte, Struktur, Technik und Auffindbarkeit der bisherigen Website.
- Ziele: Was soll die neue Website besser können – und für wen?
- Struktur und Inhalte: neue Seitenstruktur, Übernahme und Überarbeitung bestehender Inhalte.
- Gestaltung: Entwurf zur Freigabe, bevor entwickelt wird.
- Entwicklung: Umsetzung auf einer Vorschau-Adresse, während die alte Website weiterläuft.
- Prüfung: Geräte, Browser, Formulare, Weiterleitungen, Ladezeiten.
- Umzug und Kontrolle: Freischaltung der neuen Website und Prüfung in den ersten Tagen danach.
Wichtig ist, dass Ihre bisherige Website bis zum Umzug erreichbar bleibt. Für Ihre Kunden gibt es keinen Tag ohne Website. Wie unsere Projekte grundsätzlich ablaufen, beschreibt die Seite Ablauf.
Typische Fehler beim Relaunch
- Erst gestalten, dann über Inhalte nachdenken. Wer die Texte erst ganz am Ende schreibt, passt sie in ein Design, das nicht für sie gemacht ist. Struktur und Inhalte gehören an den Anfang.
- Alles auf einmal wollen. Ein Relaunch muss nicht jede denkbare Funktion enthalten. Besser: ein solides Fundament, das sich später erweitern lässt.
- Ohne Weiterleitungen umziehen. Fehlerseiten statt Inhalte sind für Besucher frustrierend und für die Auffindbarkeit schädlich.
- Ungetestet freischalten. Formulare, Telefonnummern-Links, Darstellung auf dem Smartphone und Ladezeiten gehören vor dem Livegang geprüft – nicht danach.
- Keine Zuständigkeit für danach. Klären Sie vorher, wer die neue Website pflegt, aktualisiert und bei Problemen ansprechbar ist.
Wie lange dauert ein Relaunch?
Das hängt weniger von der Technik ab als von zwei Fragen: Wie umfangreich ist die Website, und wie schnell liegen Inhalte und Freigaben vor? Häufig verzögern sich Projekte nicht in der Entwicklung, sondern beim Warten auf Texte, Fotos oder Entscheidungen. Wer früh klärt, wer welche Inhalte liefert, gewinnt die meiste Zeit. Einen realistischen Zeitplan legen wir deshalb gemeinsam im Konzept fest – schriftlich, bevor es losgeht.
Was kostet ein Relaunch?
Ein Relaunch kostet in der Regel ähnlich viel wie eine neue Website vergleichbaren Umfangs. Gute vorhandene Inhalte können den Aufwand senken, aufwendige Übernahmen und viele Weiterleitungen ihn erhöhen. Eine Orientierung geben unsere drei Stufen auf der Preisseite und der Beitrag Was kostet eine professionelle Website 2026?.